VERSATILE – Les Litanies du Vide (2025)

Band: VERSATILE
Album: Les Litanies du Vide
Genre: Industrial Black Metal

Trackliste:
01. Géhenne
02. Enfant Zéro
03. La Régente Blême
04. Ieshara
05. Cave Canem
06. Morphée
07. Graisse
08. Monstre
09. Alter Ego
10. Le Mal Nécessaire

Die noch recht dünne Diskographie der 2019 gegründeten Schweizer Truppe VERSATILE umfasst eine EP (Atra Bilis, 2022), eine Single („Monstre„, 2023) und das vorliegende Debütalbum Les Litanies Du Vide. Die Stilbezeichnung lässt sofort an die Landsleute Samael denken – und ganz so falsch liegt man mit dieser Einschätzung nicht.

Ganz getragen und bombastisch startet das Quartett mit einer orchestralen Einleitung, die sich steigert und mit hackenden Beats in den Opener „Enfant Zéro“ übergeht. Martialisch stapfen die mechanischen Drums, die Vocals predigen in dunklem Timbre von der Apokalypse und einige Samples (Sirenen, Regen) intensivieren die dichte Stimmung. Nix Neues also, eidgenössisch-zeitgenössisch sozusagen. Chorale Arrangements fügen eine erhabene und gleichzeitig beklemmende Aura hinzu, der Klang der französischen Sprache passt da wunderbar dazu. Die Band vergisst neben allem Druck und aggressiver Spielweise nicht auf kurze, pointierte Atempausen, woraus sich eine großteils bissige Performance ergibt, die hin und wieder von sanftmütigen Passagen gebrochen wird. Technoide Einflüsse kleiden extreme, aber tanzbare Stücke in ein futuristisches Gewand – unnahbar, kühl und doch treibend. Doomige Gelassenheit in Verbindung mit desperaten Vocals funktioniert auch, die simplen Keyboards oder hypermodernen Töne könnten aber des Guten zu viel sein – trve Blackies nehmen während „Ieshara“ sicher wimmernd Reißaus. Ein paar dunkle Growls kommen zu den wütenden Kreischvocals dann und wann hinzu und sorgen für vokalistische Variation, so manche Keyboardspielerei oder Klargesang bringen einen Schuss extravagante Exzentrik ins Spiel.

Fazit: Bissiger, moderner Metal mit vielen knallharten Beats und harscher Stimme, dazu einige Samples und apokalyptische Sounds – Samael auf Speed könnte man hier grob als Beschreibung anführen.

Punkte: 8 / 10

Autor: Leonard