MARTYRION – Gaia Uprising (2025)

Band: MARTYRION
Album: Gaia Uprising
Genre: Melodic Death Metal

Trackliste:
01. Imminence Of Judgement
02. Being At Nature’s Mercy
03. Natural Selection
04. Shadow
05. The Disease
06. Memories
07. The Great Revelation
08. Ignorance Is My Bliss
09. …And Darkness Embraces Us
10. Maelstrom Of Misery

Die Melodic Deather MARTYRION bestehen seit 2006 und bis jetzt stehen vier Alben, allerhand Singles und zwei EPs auf der Liste der Veröffentlichungen. Kann die Band auf dem aktuellen Werk Gaia Uprising in ihrem Subgenre Akzente setzen oder sich in irgendeiner Weise abheben?

Die Einleitung mit Vogelgezwitscher und bedrohlichen Klangflächen baut einen spannungsgeladen Kontrast auf, der sich mit wuchtigen, groovigen Riffs entlädt. Sehr melodisch gehen die vier Herren zu Werke und atmen zwischendurch auch mal durch. Experimente wie gepressten Klargesang finden wir nicht, es wechseln sich Growls und Gekreische ab. Der Sound drückt gut nach vorne und die schweren, schleppenden Passagen passen ausgezeichnet ins gezeichnete Untergangsszenario, das auch durch das apokalyptische Cover gut illustriert wird. Ein paar progressive Rhythmuswechsel und zurückhaltende Parts unterstützen die grundsätzlich aggressive Stimmung. Sphärisch gleitende Momente wie der Beginn von „Shadows“ fügen höchst harmonische Breaks hinzu und die elegant gleitende Gitarrenmelodie stemmt sich den Stakkato-Riffs mit Bravour entgegen. Übertrieben technisch agieren die Musiker nicht, alles fließt angenehm dahin und ein paar Aha-Momente wie pointierter Frauengesang sind als Akustik-Überraschungseier versteckt. Zum Drüberstreuen kommen hin und wieder bereichernde Keyboards zum Einsatz. Einige coole Grooves und Headbangparts gehen runter wie Öl, aber plakativ eingängig sind die Songs nicht – hier sind die Melodien wichtiger als Refrains zum Mitgrölen. Ein Schuss Melancholie schwingt bei reduzierten Motiven mit – und das ist gut so, dass die Band nicht bloß stumpf auf Brutalität setzt. Das feine Zwischenspiel „Memories“ legt dafür Zeugnis ab, ehe später wieder pumpender Dark Melodic Death an der Tagesordnung steht, wobei doomige und ruhige Takte nicht ausgespart werden.

Fazit: MARTYRION offerieren dunklen Melodic Death mit Vorwärtsdrang und Biss, ohne die melodischen Harmoniemomente zu vernachlässigen. Ein adrenalingetränktes, aber keineswegs stumpfes Album mit Sinn für schöne Melodien und Momente des Durchatmens – irgendwo zwischen Schwedentod und finnischer Melancholie…

Punkte: 8 / 10

Autor: Leonard