CONJURING – Odium (2024)

Band: CONJURING
Album: Odium
Genre: Black Metal

Trackliste:
01. Ignis In Corde
02. Fragore
03. Veteres
04. Stellae
05. Finem Generis Humani
06. Odium
07. Silva
08. Silentium

Der fleißige Schweizer Musiker Alvar treibt seit 2020 sein Unwesen und präsentiert in dieser produktiven Zeit mit seinem Projekt CONJURING nun sein bereits drittes Werk Odium. Das stimmungsvolle Cover deutet auf eine atmosphärische Black Metal-Ausrichtung hin.

Sechs epische Stücke und zwei kürzere Instrumentaltitel bestätigen diese Vorahnung, doch auch die Aggression kommt auf Odium – dem Titel gemäß – nicht zu kurz. Beschaulich startet die Platte mit Vogelgezwitscher und flächigen Keyboards, doch kurz bevor wir in Trance verfallen, reißt uns der Alleinunterhalter mit cool pochenden Drums und einer fauchenden Stimme aus der Behaglichkeit. Wunderbar gebaute Melodiebögen stützen die Atmosphäre, die Schwelgerei und beherzten Kampfeswillen gleichermaßen umfasst. Speedige Blasts werden pointiert und auflockernd eingesetzt, dazwischen integriert der Musiker schwere oder sehr ruhige Parts, alles ist harmonisch im Fluss und schmiegt sich angenehm in des Hörers Ohr und Herz. Eingängige Refrains sind dem Meister aller Klassen nicht wichtig, da steht die dichte, elegant soundmalerische Klanglandschaft im Vordergrund. Geschickt senkt der Komponist durch das sphärische Zwischenspiel „Veteres“ den Puls und kann dadurch später umso dynamischer durchstarten. Ohne Stress und fein gleitend nimmt sich etwa „Stellae“ viel Zeit, um sich aufzubäumen und demnach eine Art schwermütige, träumerische, kosmisch weite Aura aufzubauen. Die bissige Stimme kratzt am sonst pastellfarbenen musikalischen Firmament und erzeugt ein Spannungsfeld aus tragischer Schönheit und unterschwelliger Aggression. Es wimmelt also vor schönen Melodien und intuitiver Harmonie, punktuell durchbrochen von kreischenden Vocals und schnellen Drums. Einzig überraschende Wendungen oder Widerhaken-Refrains fehlen zur absoluten Glückseligkeit.

Fazit: Im Verlauf des etwas irreführend betitelten Werkes Odium lässt es sich herrlich schwelgen oder mit der Seele baumeln, doch auch mit stolzgeschwellter Brust die Faust gen Himmel recken oder andächtig innehalten – ein herzliches, beseeltes und melodisch feinsinniges Werk erwartet euch!

Punkte: 8 / 10

Autor: Leonard